Asterina Seesterne.

Mit dem Begriff Meerwasseraquaristik kam mir früher immer gleichzeitig der Gedanke an.... Nein, nicht “ Findet Nemo “,das war viel später, der Gedanke an Seesterne, die ich zu dieser Zeit eigentlich nur aus dem Meer kannte oder aus den Souvenirshops.  Nach meinen Start mit dem lebenden Steinen sichtete ich alsbald darauf auch die ersten 3 Asterinas, 2 kleine und ein schon etwas größerer.

Zwischenablage011

Asterina burtoni

 

Asterinas sind eigentlich normale anspruchslose, leicht zu haltende Seesterne ,die in jeder Lage etwas zu Fressen finden.

Ihre Ernährung reicht von Aufwuchsalgen, Algen, Kalkrotalgen, Detritus, Aas sowie auch von mikroskopisch kleinen Wirbellosen, Mollusken, Schwämme bis hin zu gelegentlichem Korallenfraß. Ich möchte mit diesen letzten Worten natürlich nicht die Asterinas als allgemein korallenschädigende Tiere hinstellen oder gar Leute dazu inspirieren, diese Seesterne sofort aus ihren Becken zu verbannen. Es ist kein großes Geheimnis, dass Tiere ihre Ernährungsgrundlage umstellen können, wenn sie ihre natürliche Nahrung in nicht ausreichender Menge zur Verfügung haben. Die Artenzahl der meist herbivoren Tiere, die dies praktizieren können, ist relativ groß, reicht von Wirbellosen jeglicher Art bis hin zu Fischen. Zum Glück sind aber solche Übergriffe meist doch eher selten zu beobachten bei ausreichender sowie richtiger Fütterung.

Dennoch möchte ich hier eine Sache mit erwähnen, dass vermehrt Berichte auftauchen, wo gerade Asterinas sich über Krustenanemonen, vorwiegend der Zoanthus-Art hermachen und diese von ihnen geschädigt werden.

asterina-rm1

 

Für die meisten, die gerade frisch mit der Materie Meerwasseraquaristik begonnen haben, stellen die Gänsefußseesterne ein willkommenes Mitbringsel der lebenden Steinen. Noch größer ist die Freude, wenn man nach einiger Zeit feststellt, dass sie sich sogar in ihrem kleinen Riff vermehren, es also immer mehr werden mit der Zeit.  Je nach Vorliebe des einzelnen Aquarianers für diese doch eigentlich eher unscheinbaren, nicht gerade als farbenfroh geltenden Asterinas, ist die doch relativ hohe Reproduktionsrate nicht ausser acht zu lassen und kann bald schon zu der Frage führen, ob sie nicht, gerade durch die hohe Vermehrungsrate, sich zu einer Plage entwickeln könnten.

Nunja, Plage, sicherlich ein Thema für sich, wo man unter Umständen auch lang debattieren könnte, wenn man wollte, so sehe ich die Sache doch etwas anders. Es ist der Lauf der Natur, dass sich die Asterinas, ohne ihrer natürlichen Fressfeinde, in einem Becken richtig etablieren können und es zu einer Überpopulation aufgrund ihrer hohen Reproduktionsfähigkeit kommen kann, wenn man nicht rechtzeitig vorher mechanisch eingreift oder einen natürlichen Fressfeind der Asterinas pflegt.

Des einen Freud kann des anderen schnell zum Leid werden, gerade wenn es immer mehr werden und in diesem Zusammenhang auch evt die Schädigungen an den Krustenanemonen zunehmen können. Ausgeschlossen werden kann soetwas meist nicht, wie ich es selber auch schon erleben musste im 45 l Nanobecken. Zwar werden die Asterinas allgemein als friedlich beschrieben, jedoch zeigten sie bei mir dieses doch eigentlich für mich unvorhersehbares Verhaltensmuster bei den neu eingesetzten Zoanthus. Ein Grund also mehr, gelegentlich auch die von den meisten als willkommendes Mitbringsel geltenden Asterinas aus den lebenden Steinen etwas mehr Aufmerksamkeit bei der Pflege von Krustenanemonen zu geben und auch zu beobachten bei ihrer Ernährungsweise sowie Verhalten.

Protopalythoa vs. Asterina[1]

 

Xenia elongata vs. Asterina[1]

 

Natürliche Fressfeinde.

Hymenocera elegans & Hymenocera picta.                                                Harlekinsgarnelen, Nahrungsspezialisten, die ohne Seesterne verhungern.

Asterina gibbosum. Deutlich größerer Asterina, der seine kleineren Artverwandten frisst,aber auch an Scheibenanemonen und Krustenanemonen gefallen finden kann.

Lysmata boggessi. Diese Garnele wurde schon aktiv beim Fressen von Asterinas beobachtet.

Vermehrung.

 

asterina-rm

 

Immer öfters treffen wir auf Asterinas, denen ein Teil der Arme fehlt und manchem stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, wie kann soetwas passieren.

Seesterne besitzen ein recht hohes Regenerationsvermögen, welches einige Arten regelmäßig nutzen, um sich ungeschlechtlich zu Vermehren wie z.B. die Asterina Seesterne. Dies nennt man asexuelle Vermehrung und ist auch ein Grund, warum sich gerade die Asterinas in unseren Becken so stark vermehren.

 

asterinateilungjd

 

Aufgrund dieser ungeschlechtlichen Vermehrung der Gänsefußseesterne, können wir  immer wieder Individuen im Aquarium antreffen, die statt der gewohnten 5 Arme  meistens 6 bis 8 oder mehr Arme besitzen.

 

Asterina[1]

 

Ebenfalls, jedoch etwas seltener können auch sogenannte Kometen durch Steine oder Korallen ins Aquarium gelangen wie hier, nur mal als Beispielbild mit eingebracht, ein Komet von einem Linckia Seestern

seestern komet aktueller stand1